| DER MARKT FÜR BUSINESS JETS |
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| AKTUELLE MARKTSITUATION | |||
| MARKTENTWICKLUNG UND AUSBLICK | |||
| FLUGZEUGKLASSEN / FLUGZEUGTYPEN | |||
| FLOTTENENTWICKLUNG NACH SEGMENTEN | |||
| HERSTELLER UND IHRE ENTWICKLUNGSPROJEKTE | |||
| BETREIBERMODELLE / NUTZUNGSKONZEPTE | |||
| GRÜNDE FÜR DIE NUTZUNG VON BUSINESS JETS | |||
| WELCHES MODELL FÜR WEN | |||
| CHARTER / AIR TAXI | |||
| FRACTIONAL OWNERSHIP | |||
| FULL OWNERSHIP | |||
| PRIVATE JET MEMBERSHIP / JET CARDS | |||
| EIGENTÜMER VON BUSINESS JETS IN: Europa | |||
| EIGENTÜMER AUF DEN WICHTIGSTEN TEILMÄRKTEN | |||
| AUSWAHL VON BUSINESS JET-BETREIBERN IN: Europa | |||
| EIGENTÜMER VON BUSINESS JETS IN: Nord Amerika | |||
| EIGENTÜMER VON BUSINESS JETS IN: Lateinamerika / der Karibik | |||
| EIGENTÜMER VON BUSINESS JETS IN: Asien | |||
| MARKTTRENDS | |||
| BUSINESS JETS IM LINIENBETRIEB | |||
| VERTRIEBSKOOPERATIONEN | |||
| FRACTIONAL OWNERSHIP ALS TREIBER IM BUSINESS JET-MARKT | |||
| DER MARKT FÜR GEBRAUCHTE BUSINESS JETS | |||
| MARKTÜBERSICHT | |||
| GEBRAUCHTE NEUERE MODELLE AM MARKT | |||
| PREISENTWICKLUNG BEI GEBRAUCHTEN BUSINESS JETS | |||
| VERWEILDAUER DER GEBRAUCHTE BUSINESS JETS AM MARKT | |||
| Abkürzungen Quelle | |||
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Der Markt für Business Jets Nach einem massiven Marktwachstum und einem Rekordjahr in 2001 erlebte der Business Jet Markt in den vergangen drei Jahren erstmals rückläufige Produktions- und Absatzzahlen. Laut der General Aviation Manufacturers Association (GAMA) fiel der Gesamtumsatz im General Aviation-Markt (BJ, Turboprops, Piston) auf 11,9 Mrd. USD in 2004. Die weltweite Business Jet Produktion fiel um 24,6 % auf 591 Jets. Letztere hatten insgesamt einen Wert von rund 10 Mrd. USD, was einem durchschnittlichen Business Jet- Wert von rund 17 Mio. USD entsprach. Die 5 führenden Hersteller der Branche verkauften 2004 zusammen insgesamt 566 Business Jets nach dem Rekord von 742 im Jahr 2001. Der Business Jet Markt hat im letzen Jahrzehnt eine Größe erreicht, bei der makroökonomische Faktoren spürbar werden. Der Business Jet Markt durchlebt zurzeit zum ersten Mal ein konjunkturzyklisches Tief bei den Neuauslieferungen. Es sollte bei diesem „Tief“ erwähnt werden, dass die aktuellen Zahlen und die Prognosen für 2007 sowie zukünftig deutlich über dem Niveau aller Jahre vor 1998 liegen. Im Jahr 2006 zeigte sich erstmals wieder ein leichter Aufschwung im Absatz. Jährlicher Business Jet-Neubau in Stück und Wert Gründe für das starke Branchenwachstum in der Vergangenheit waren u.a.: • Die positive Entwicklung der Weltwirtschaft und die daraus resultierende Investitionsfähigkeit der Unternehmen. Der Anstieg der Business Jet-Nachfrage folgt dem der Unternehmensgewinne mit einer Zeitverzögerung von ein bis zwei Jahren. • Die zunehmende Globalisierung von Unternehmensaktivitäten erhöht den Reisebedarf. • Der Wunsch nach Effizienzsteigerung der Unternehmen durch Unabhängigkeit von Linienflügen und die Möglichkeit, abgelegene Zielorte • Die Erschließung neuer Kundenschichten durch Fractional Ownership Programme, welche den Kunden durch teilweisen Erwerb eines Flugzeuges Nutzungsrechte einräumen und gleichzeitig die Investitionskosten für den Kunden senken. Die Existenz eines engen Sekundärmarkts für Business Jets mit vergleichsweise hohen Preisen aufgrund eines Nachfrageüberhanges. • Das zunehmende Alter der bestehenden Flotte (ca. 38% aller Business Jets sind älter als 20 Jahre) und die Einführungen strengerer Regularien und Vorschriften machen Neuanschaffungen nötig. • Die Einführung neuer Technologien und einer besonders großen Vielzahl neuer Modelle (15 neue Modelle von 1995-99) mit unterschiedlichen Leistungsmerkmalen hat das Angebot im oberen und unteren Bereich des Spektrums erweitert und neue Kundenschichten erschlossen. Diese positiven Faktoren sorgten für einen ständig weiter wachsenden Markt bis zum Rekordjahr 2001. Die folgenden Faktoren führten nach 2001 zu einem vorläufigen Wachstumsstopp bzw. einem Rückgang der Absatzzahlen auf dem Business Jet-Markt. Verschiedene Faktoren sorgten für Marktwachstum • Die nach September 2001 abgekühlte Weltkonjunktur trägt zur Flaute bei den Business Jets bei. • Der Auftragsbestand nahm wegen einer Abschwächung des wichtigen amerikanischen Marktes aufgrund von Unsicherheit hinsichtlich des Irak-Krieges und der Verzögerung technischer Entwicklungen nach 2001 ab. Aufträge wurden z.T. verzögert oder ganz storniert. • Seit 2001 fielen die Preise für gebrauchte Business Jets um bis zu 20%. Der Anteil gebraucht angebotener Jets blieb mit etwa 14% der Gesamtflotte relativ gesehen zwar konstant, stieg jedoch absolut gesehen. Somit stellen gebrauchte Jets eine günstige Alternative zu Neuanschaffungen dar.
Marktentwicklung und Ausblick Jährlicher Business Jet-Neubau in Stück und Wert
Rolls Royce: Lieferanten-Ausblick Honeywell: Lieferanten-Ausblick Teal Group Forecast • Große Auftragsbestände für neue Modelle – aktuell sind von insgesamt etwa 1.500 Business Jets in den Auftragslisten 30% für neue Modelle. • Entwicklungsprojekte für neue Jets (Honeywell spricht von etwa 20 Typen), die in den nächsten 10 bis 15 Jahren auf den Markt kommen sollen. • Weiteres Wachstum von Fractional Ownership Programmen – sie sind für 40% der aktuellen Aufträge verantwortlich. Derzeit liegt der jährliche Anteil der weltweiten Business Jet Produktion für Fractionals bei etwa 10-15% und wird bis zum Jahr 2012 auf über 20% prognostiziert. • Eine erwartete Erholung der Wirtschaft im wichtigsten Absatzmarkt USA und weltweit. • Die Altersstruktur der bestehenden Flotte von Business Jets, neue Gesetzauflagen und Wirtschaftlichkeitsüberlegungen werden zu Ersatzinvestitionen führen. Es sollte erwähnt werden, dass Ende 2005 die sog. „bonus depreciation“ ausläuft. Investitionen in Business Jets werden somit in Amerika nicht mehr steuerlich gefördert. Der damit verbundene negative Nachfrageeffekt scheint jedoch angesichts von Kurzfristprognosen von JPMorgan, Merrill Lynch und UBS nicht sehr groß zu sein. Ausblick Europäischer Markt
Flugzeugklassen / Flugzeugtypen Vielzahl von Flugzeugklassen Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce segmentiert die verschiedenen Business Jet-Typen anhand des maximalen Abfluggewichts (MTOW „Maximum Take-Off Weight“). Das maximale Abfluggewicht dient als Indikator für die Größe des Flugzeuges, mit dem die maximale Reichweite und die mögliche Anzahl Passagiere eng verknüpft sind. Die verschiedenen Modelle der Hersteller unterscheiden sich neben diesen Kerncharakteristika auch in vielen weiteren preisbeeinflussenden Eigenschaften. So spielen zum Beispiel neben der Flugperformance die elektronische Ausstattung (sog. Avionics), Kabinenmaße und Einrichtung, Treibstoffverbrauch und Wartungskosten, Lärmentwicklung sowie benötigte Start- und Landebahneigenschaften eine Rolle. Zu beachten ist weiterhin, dass in Europa sehr unterschiedliche Bestimmungen für kommerziellen (gewerblichen) und nicht-kommerziellen (Privat- oder Werksverkehr) bestehen. Flottenverteilung Business Jets 2002
Klassifizierung von Business Jets
Entry Marktsegment Light Marktsegment Light Medium Marktsegment Medium Marktsegment Long Range Marktsegment Very Long Range Marktsegment Bizliner Segment In den letzten Jahren zeigten sich stark steigende Preise am oberen Ende des Jet-Spektrums. Die trotzdem große Nachfrage lässt auf eine geringe Marktelastizität schließen. Einige Kunden scheinen nahezu jeden Preis für die in Komfort und Technologie besten erhältlichen Business Jets zu zahlen. Die Teal Group hält daher die Entwicklung eines Überschalljets in den nächsten zwei Jahrzehnten für sehr wahrscheinlich.
Flottenentwicklung nach Segmenten Auslieferungen von Business Jets nach Segmenten (Rolls-Royce)
Flottenentwicklung bis 2022 nach Segmenten Von den seit den 60’er Jahren bis heute ca. 13.000 ausgelieferten Business Jets sind nur 7% ausgemustert worden. 3.000 Business Jets sind schon über 25 Jahre im Dienst und nochmals 2.000 sind zwischen 20 und 25 Jahre alt. Als Konsequenz wird mit einem Ausscheiden von 4.500 Jets aus der aktiven Flotte in den nächsten maximal 20 Jahren gerechnet. Die meisten dieser Jets stammen aus dem Light und Light Medium Segment und werden der Prognose zufolge überwiegend durch größere Jets ersetzt. Die höheren Anforderungen an Komfort und Reichweite sind das Motiv hinter dieser Tendenz. Aufgrund der Altersstruktur wird ein jährliches Ausscheiden von 1-2% aller Jets aus der aktiven Flotte erwartet. Alterstruktur der Business Jet-Flotte 2002
folgend eine Übersicht aller 2003 produzierten Business Jet-Modelle und solcher Modelle, die sich in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden. Die angegebenen Preise sind für Basisausführungen und unterliegen zeitlichen Schwankungen. Die für Reichweite und Geschwindigkeit angegebenen Werte sind Maximalwerte und hängen stark von der Beladung und Flugparametern ab. Neuere Business Jet Modelle und deren Spezifikation
Hersteller und ihre Entwicklungsprojekte Marktanteile der Business Jet-Hersteller heute und in Zukunft
Gulfstream (General Dynamics) (USA) Cessna (Textron) (USA) Dassault Aviation (Frankreich) Raytheon (USA) Embraer (Brasilien) Sino Swearingen (USA) Boeing Business Jets (USA) Airbus (Europa)
Betreibermodelle / Nutzungskonzepte Es gibt zahlreiche Gründe für Unternehmen, private Individuen oder den Staat, Business Jets einzusetzen. Besonders hervorzuheben ist die hohe Flexibilität, die ein Business Jet mit sich bringt. Die Jets haben ein geringeres Gewicht als Linienmaschinen und sind daher in der Lage, auch auf kürzeren Landebahnen zu landen. Durch diesen Vorteil kann ein Zielflughafen gewählt werden, der näher am eigentlichen Reiseziel liegt als die üblichen Großflughäfen. Hieraus resultiert ein kurzer Bodentransfer zum Zielort, der neben schnelleren Abfertigungszeiten am Flughafen durch eigens für Business Jets eingerichtete Terminals zu einer erheblichen Zeitersparnis im Vergleich zum Linienflug führt. Der Abflug richtet sich nach dem Terminplan des Passagiers, nicht nach dem der Fluggesellschaften, man fliegt direkt zum gewünschten Reiseziel, es gibt kein Umsteigen und keine verpassten Anschlüsse. Zudem haben erhöhte Sicherheitsstandards, die wegen der Terroranschläge vom 11. September 2001 eingeführt worden sind, zu zusätzlichem Zeitbedarf bei Linienflügen geführt. Generelle Sicherheitsbedenken, die im Zusammenhang mit Linienflügen bestehen, steigern auch die Nachfrage nach Beförderung per Business Jet. Für Geschäftsreisende stellt auch die höhere Produktivität während des Fluges ein wichtiges Argument für den Einsatz von Business Jets dar. Geschäftsreisende können sich im Flugzeug unbeobachtet und ungestört mit Mitarbeitern besprechen oder Akten lesen. Einige Modelle verfügen über einen Konferenzraum, Internet und sonstige Kommunikationseinrichtungen. Reisen mit Business Jets gestaltet sich auch wesentlich bequemer als gewöhnliche Flüge. Teilweise können die Passagiere mit ihrem PKW direkt an den Jet heranfahren und ohne Wartezeit einsteigen - in der Zwischenzeit wird ihr Gepäck dem Sicherheitscheck unterzogen. Somit ersparen sich die Passagiere weite Fußwege wie in Großflughäfen. Zeitersparnis spielt eine wichtige Rolle Einer Marktstudie von Bombardier über den europäischen Jetkunden zufolge sind für den Kunden von Bedeutung:
Welches Modell für wen? Nutzungskonzepte im Überblick
Charter / Air Taxi
Fractional Ownership Verfügbarkeit garantiert Sollte der eigene Jet(-anteil) nicht für die vorgesehene Zeit zur Verfügung stehen, wird ein anderer Jet aus der Flotte des FO-Unternehmens bereitgestellt. Dies wird ermöglicht durch Austauschvereinbarungen mit anderen FOAnteilseignern, um so die Verfügbarkeit zu steigern bzw. garantieren zu können. Die Mehrzahl der FO-Vereinbarungen hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Einige FO-Programme beinhalten, dass alle fünf Jahre ein obligatorischer Rückkauf des FO-Anteils durch das FO Unternehmen erfolgt, bei anderen hingegen muss lediglich eine Erneuerung des Betreibervertrags zu aktuellen monatlichen und stündlichen Kostensätzen erfolgen. Nicht genutzte Flugstunden können auf folgende Jahre übertragen werden und verfallen nicht. Allerdings darf innerhalb jeder Fünfjahresperiode eine Gesamtflugstundenanzahl von 1000 nicht überschritten werden. Die erworbene Flugstundenanzahl darf auf Jahresbasis maximal um 50% übertroffen werden. Hierbei entstehen jedoch über die variablen Kosten hinaus zusätzliche Kosten für den Nutzer. FO-Anteile können durch eine Einmalzahlung erworben werden. Bei Netjets kann man bereits ab USD 200.000 einen 1/16-Anteil erstehen. Alternativ kann diese Einmalzahlung über das FO-Unternehmen refinanziert werden bzw. kann der FO-Anteil geleast werden. Im Falle des Leasings sind die monatlichen Gebühren relativ hoch, da sie die am Laufzeitende zu erwartende Wertminderung des Jets ausgleichen müssen. Verschieden große FO-Anteile erhältlich Der FO Betreiber erhält darüber hinaus vom Anteilseigner eine monatliche Gebühr, die sämtliche fixen Kosten wie Pilotengehälter und Pilotentrainingsmaßnahmen, Hangargebühren, regelmäßige Wartung des Jets sowie Verwaltungs- und Versicherungskosten abdeckt. Der Fixkostenblock wird relativ zum Anteil am Business Jet auf die einzelnen Anteilseigner umgelegt. Der Anteilseigner hat aufgrund der Aktivierung des FO-Anteils in seiner Bilanz auch jährliche Abschreibungen vorzunehmen. Zusätzlich zur Einmalzahlung und den monatlichen Gebühren kommen noch variable Kosten für die entsprechend genutzte Anzahl an Flugstunden hinzu. Zu den variablen Kosten rechnen Treibstoffverbrauch, Wartung des Jets, Flugbegleitung, Verpflegung sowie Verbrauchsteuern und Flughafengebühren. FO Anteilseigner sind per Gesetz für die Sicherheit der Passagiere verantwortlich und sollten daher über ausreichenden Versicherungsschutz verfügen. Im Falle der Veräußerung eines FO-Anteils wird dem Verkäufer eine Wiedervermarktungsgebühr von 5-7% des aktuellen Marktwertes in Rechnung gestellt. Ein Nachteil ist auch, dass bei Rückgabe bzw. Verkauf der Anteile der Wertverlust aufgrund des höheren Auslastungsgrads der Jets höher ist als bei Jets im vollständigen Eigenbesitz. Entscheidend ist, dass beim Kauf eines FO-Anteils nicht das Recht zum Fliegen sondern tatsächlich anteiliges Eigentum erworben wird. Trotzdem kann bei FO-Anteilen nicht der Jet als Ganzes als Sicherheit verwendet werden. Andererseits werden die Rechte des individuellen Anteilseigners nicht durch finanzielle Verpflichtungen anderer Anteilseigner berührt. Einzelne FO-Anteilseigner können nur ihren Anteil verpfänden, und der weitere Betrieb eines teilweise verpfändeten Jets im Falle der Verwertung von Sicherheiten ist nicht in Frage gestellt. Unterm Strich ist Fractional Ownership für den Nutzer fast in allen Fällen teurer als Jet Charter bzw. der Eigenbesitz und –betrieb eines Business Jets. Interessant ist FO nur bei einem jährlichen Flugbedarf zwischen 50 und 400 Stunden.
Ownership eignet sich für Unternehmen mit mehr als 400 jährlichen Flugstunden. Der Eigentümer des Jets ist gleichzeitig Betreiber und muss daher das Jetmanagement organisieren – entweder in eigener Verantwortung oder auf einen Dienstleister übertragen. Die Kosten setzen sich aus der Anschaffung, den jährlichen Abschreibungen und den laufenden Betreibsaufwendungen zusammen. Wird der Jet nicht für eigenen Reisebedarf benötigt, können Erträge durch Verchartern generiert werden. Garantierte Verfügbarkeit Die Vorteile des Full Ownership sind die garantierte Verfügbarkeit, abgesehen von Wartungszeiten, sowie der unmittelbare Einfluß auf die eingesetzte Crew und die Wartungsqualität. Ein entscheidender Nachteil ist, dass der gewählte Jet nicht für jeden Einsatz bezüglich Reichweite, Passagierkapazität und Kosteneffizienz optimal ist.
Private Jet Membership / Jet Cards Konzept ist vorteilhaft bei bis zu 50 Flugstunden p.a. Sollte der mittels Jet Card „gebuchte“ Jet nicht verfügbar sein, wird ein anderer bereitgestellt. Außerdem kann bei Bedarf problemlos ein größerer Jet oder einer mit höherer Reichweite gewählt werden – die Kosten werden stundengenau berechnet und bei höherwertigeren Modellen werden die Stunden auf der Jet Card schneller verbraucht, vice versa bei Jetmodellen einer niederen Klasse. Dem liegt ein fester Umrechnungsschlüssel zu Grunde. Die erworbenen Flugstunden müssen im Voraus bezahlt werden. Bei Marquis Jet Europe beginnt das Programm beispielsweise mit 25 Flugstunden für EUR 126.000. Nachteile anderer Nutzungskonzepte wie Kapitalbedarf, nicht immer verfügbare Charterangebote und oftmals Zusatzkosten für Leerflüge werden bei Private Jet Memberships umgangen. Das Besondere am Private Jet Membership ist der im Voraus bekannte Festpreis. Im Vergleich zum Charter, bei dem die Preise für ein und dieselbe Route im Zeitverlauf schwanken können, bleibt die Kondition bei Jet Memberships gleich. Außerdem bieten einige Jet Membership Programme Boni in Form von Gratisflugstunden für jede Route, die aus einem Hin- und Rückflug besteht. Bei Delta AirElite kann dieser Bonus bis zu 40% betragen (gemessen in Flugstunden). Nichtsdestotrotz sind Jet Membership Cards im Festpreis recht teuer und bieten sich eher für so genannte „High Net Worth Individuals an, als für Wirtschaftsunternehmen.
Eigentümer von Business Jets in Europa Im Folgenden wird zunächst die regionale Verteilung der Flugzeuge aufgezeigt. In Europa sind insgesamt 1.217 in Betrieb befindliche Jets registriert. Dabei decken die 5 größten Teilmärkte rund 68% des Gesamtbestands ab. Diese Teilmärkte sind Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und die Schweiz. Business Jets in Europa, Total: 1.217
Eigentümer auf den wichtigsten Teilmärkten • Deutschland Business Jets in Deutschland, Total: 232
Business Jets in Großbritannien, Total: 208
Business Jets in Frankreich, Total: 153
Business Jets in Italien, Total: 121
Business Jets in der Schweiz, Total: 116
Auswahl von Business Jet-Betreibern in Europa Skyjet Europe ist ein Charterprogramm mit der Besonderheit, dass Kunden nur für die tatsächlich geflogenen Stunden eine Abrechnung erhalten. Flexjet Europe ist ein Membership Programm, bei welchem sich die Kunden verpflichten, eine Mindestanzahl von 25 Flugstunden im Jahr zu beanspruchen. Die Kosten sind vorschüssig fällig. Bombardier besitzt die eingesetzten Jets nicht selbst, sondern bietet die Dienstleistung durch Inanspruchnahme eines umfassenden Netzwerks mit Chartergesellschaften an. Partner von Bombardier sind: Aero-Dienst, Corporate Jets, DaimlerChrysler Aviation, Eurojet Italia, ExecuJet Scandinavia, Execujet Switzerland, Gold Air International, Jet Connection Businessflight und TAG Aviation. Netjets Europe gehört zum Weltmarktführer Netjets Inc. (Berkshire Hathaway). Unter eigenem Namen werden Fractional Ownership Programme angeboten. Gemäß Netjets Europa-Chef Mark Booth werde die europäische Business Jet-Flotte um 24 Jets auf über 60 erweitert. Ebenso solle die Kundenzahl ausgehend von 230 im Jahr 2003 auf rund 370 für das Jahr 2004 gesteigert werden. Im Bereich Jet Cards arbeitete Netjets mit Marquis Jet Europe zusammen. Marquis Jet Europe gehört zu Marquis Jet (USA). Marquis Jet Europe erwirbt FO Anteile von Net Jets und verfügt somit über (teilweises) Eigentum an der Flotte. Darauf aufbauend vertreibt das Unternehmen Private Jet Cards mit Mindestvolumen von 25 Stunden (mit einem Wert von rund EUR 100.000,-) oder mehr. Die Zusammenarbeit mit Netjets sichert den hohen Qualitätsstandard und die jederzeitige garantierte Verfügbarkeit der Jets für die Kunden von Marquis Jet Europe. Netjets hat das Europa-Geschäft von Marquis Jet Partners im Februar 2004 übernommen. Die Marquis Jet Card wird künftig unter dem Namen NetJets Private Card vertrieben. Außerdem bietet Netjets On Demand Charter über die Tochter Executive Jet Management an. Die schweizerische PrivatAir SA bietet Charter, Linienflugdienste und Corporate Shuttles an. Insgesamt verfügt PrivatAir über eine Flotte von mehr als 50 Flugzeugen verschiedener Hersteller. Im Bereich Linienflugdienste hat PrivatAir zusammen mit Lufthansa drei Linienflüge auf den Routen Düsseldorf- NY Newark, Düsseldorf-Chicago und München NY Newark für Geschäftsreisende (nur Business Class) sehr erfolgreich umgesetzt. Daimler Chrysler Aviation GmbH betreibt 13 Business Jets vom Typ Citation CJ1 bis zum Airbus A319CJ. Das Angebot umfasst Jet Membership, Fractional Ownership, Charter sowie Corporate Shuttles.
Eigentümer von Business Jets in Nordamerika Business Jets in Nordamerika, Total: 9.265
Eigentümer von Business Jets in Lateinamerika / der Karibik Business Jets in Lateinamerika / der Karibik, Total: 1.031
Business Jets in Lateinamerika/der Karibik, Total: 1031
Eigentümer von Business Jets in Asien Business Jets in Asien, Total: 352
Business Jets in Asien, Total: 352
Markttrends Das Flugangebot der Liniengesellschaften orientiert sich am Passagieraufkommen auf der jeweiligen Strecke. Sinkt die Passagierzahl dauerhaft unter eine kritische Größe, wird die Route aufgegeben oder ausgelagert. Manche Fluggesellschaften gliedern auch ihr Angebot an Business Class und First Class auf einigen Routen aus. Trotzdem wollen sie die Kundengruppe „gehobene Geschäftsreisende“ nicht verlieren und mit ihnen zusätzliche Erträge erzielen. Dazu werden auf ausgewählten Strecken Business Jets im Linienflugbetrieb eingesetzt, da sie zu den Komfortansprüchen der Kunden einerseits und dem Passagieraufkommen andererseits passen. Da die großen network carrier keine Business Jets in ihrer Flotte haben, wird dafür mit Partnern zusammengearbeitet. “Business Class Only” Programm von Lufthansa Lufthansa ist auf diesem Gebiet Vorreiter gewesen und hat im Jahr 2002 ein Business Class-Only-Programm initiiert. Dieses wurde in Form einer Wetlease- Vereinbarung zwischen der Lufthansa und der PrivatAir abgeschlossen. Begonnen hatte dieses Programm mit dem Einsatz von 48-sitzigen Boeing Business Jets auf der Route Düsseldorf-NY Newark, deren Tickets zu normalen Business Class-Preisen angeboten wurden. Lufthansa wollte diese Route nach den Anschlägen vom 11. September nicht wieder mit einem Airbus A340 fliegen, da dieser nicht hätte kostendeckend eingesetzt werden können. Der Erfolg dieses Modells hat Lufthansa in 2003 veranlasst, zwei zusätzliche Routen mit einer Frequenz von zwei täglichen Flügen anzubieten: Düsseldorf-Chicago und München-New York Newark. Dieses Konzept wird momentan von der Lufthansa geprüft, ob es sich auf weitere Routen übertragen läßt. Vorstellbar sei ebenso, Flugziele auf anderen Kontinenten in das Programm aufzunehmen. Hier erwartet die Lufthansa ebenfalls eine hohe Geschäftskundennachfrage. Swiss ist nach LHA die zweite Airline, die eine Business Class-only-Verbindung nach Amerika (Zürich-NY Newark) mit Business Jets anbieten wird. Sie arbeitet dazu ebenfalls mit PrivatAir zusammen. Der Startschuß fällt im Januar 2005. Club Airways betreibt mit einem etwas abgewandelten Konzept Flugrouten innerhalb Europas unter Einsatz von Business Jets: von Genf nach London, Mailand, Düsseldorf, Basel, Zürich und von Paris nach Genf und Mailand. Außerdem sind die Reiseziele Moskau, Berlin, München, Barcelona, Valencia, Madrid und Rom in Planung. Club Airways operiert als eine Art geschlossene Gesellschaft, in der nur Mitglieder Flüge buchen können. Die Strecken werden gemäß eines Flugplans im Linienbetrieb bedient, wobei exklusive Privatterminals genutzt werden. Club Airways besitzt keine eigenen Flugzeuge, sondern mietet die Kapazitäten bei Dritten. Auch von Herstellerseite reagiert man auf die Überlegungen, Business Jets auf längeren Strecken zum Einsatz zu bringen. Boeing beabsichtigt, den Boeing Business Jet (BBJ) nicht nur als Firmenjet für Nahziele sondern ebenso für Langstreckenflüge zu vermarkten. In ähnlicher Weise ist Airbus mit dem A319 aufgestellt. Beide Hersteller können ihre Jets mit Zusatztanks für Langstreckenflüge ausstatten. Interessant an diesem Aspekt ist, dass diese Tanks bei entsprechender Einrichtung problemlos wieder deinstalliert werden können, wodurch sich die Wiedervermarktungsfähigkeit und damit der Wiederverkaufspreis deutlich erhöht.
Vertriebskooperationen Marquis Jet geht mit den Kooperationen noch weiter. Kunden von Marquis Jet erhalten für den Erwerb von Yachten bei der Firma Sea Ray eine bestimmte Anzahl Flugstunden als Kaufanreiz, im Umfang abhängig vom gewählten Yachtmodell. Weiterhin wurden von Marquis Jet Kooperationen eingegangen, um Dienstleistungen wie Private Jet + Mietwagen sowie Private Jet + Ferienclub anbieten zu können. Hier zeigt sich, dass Private Jet Angebote gut geeignet sind, um mit anderen Highend Produkten zusammen vertrieben zu werden.
Fractional Ownership als Treiber im Business Jet-Markt Gross fractional shares sold
Das Durchschnittsalter der Business Jets beträgt bei NetJets 4,5, bei Flexjet 3,9 und bei Flight Options 9,1 Jahre. Netjets und Flexjet sind bestrebt, eine möglichst junge Flotte anbieten zu können. Flight Options verfolgt hingegen eine andere Strategie. Es werden vorwiegend etwas ältere Business Jets vom Sekundärmarkt bezogen, um die Kosten gering zu halten. Der Prognose von Rolls-Royce zufolge werden die Fractional Ownership Unternehmen in der kommenden Dekade weiterhin eine hohe Nachfrage nach Business Jets entwickeln. Der Anteil der Business Jet Auslieferungen an FO-Unternehmen wird bis 2013 auf rund 23% der gesamten Business Jet Produktion anwachsen. Im Zeitraum von 1995-2002 lag der Anteil bei etwa 10%. Entwicklung des Fractional Ownership weltweit
Der Markt für gebrauchte Business Jets Die Anzahl der verfügbaren gebrauchten Business Jets ist auf historisch hohen Niveaus. Im Zeitraum von 1995 -2002 hat sich die Zahl der verfügbaren gebrauchten Maschinen mehr als verdoppelt. Dazu hat hauptsächlich ein Faktor beigetragen. Durch das massive Wachstum des Business Jet- Marktes - vor allem im Rekordjahr 2001 – sind zu dem üblichen Gebrauchtbestand eine Reihe Maschinen dazugekommen, die in den Boomjahren durch neue Jets ersetzt worden sind. Verfügbare gebrauchte Business Jets am Markt
Markterwartungen auf Ein-Jahressicht nach Marktteilnehmern
Da jedoch ein sehr großer Teil der Maschinen am Markt schon relativ alt ist, dürfte die Entlastung des Gebrauchtmarktes nur begrenzt sein. Über 50 Prozent der derzeit am Markt verfügbaren Business Jets sind älter als 20 Jahre und damit relativ schwer vermittelbar. Aufgrund des hohen Alters eignen sie sich nicht als Alternative zu einem Neukauf oder als Ergänzung einer schon bestehenden Flotte. Gebrauchte Business Jets am Markt nach Alter, Juni 04
Heavy Business Jets ist ein junges Marktsegment Verfügbare gebrauchte Light Business Jets nach Alter
Mit insgesamt 2.142 verfügbaren gebrauchten Maschinen ist das Segment der Light Business Jets das mit Abstand größte Marktsegment. Deutlich weniger Flugzeuge sind derzeit in den anderen beiden Segmenten Medium und Heavy verfügbar. Mit 895 respektive 571 Maschinen kommen sie selbst zusammen nicht auf die Größe des Segments Light Business Jets. Sichtbar ist auch hier wieder die noch geringe Größe des Marktanteils der großen Businessjets. Ähnliche Verhältnisse zeigt eine Betrachtung der Wachstumsraten in den einzelnen Segmenten. Während der Sektor der verfügbaren gebrauchten Heavy Business Jets in den vergangenen 10 Jahren ein Wachstum von insgesamt 36,6% verzeichnen konnten, legten die Light Business Jets im gleichen Zeitraum um 101% zu.
Gebrauchte neuere Modelle am Markt Neue Modelle sind gefragt Bei Betrachtung der Marktlage im Bereich der neueren Business Jet-Modelle erkennt man, dass der Markt hier im Vergleich zum Gesamtmarkt recht eng ist. Ein Indikator dafür ist der Prozentsatz der verfügbaren Maschinen im Verhältnis zur bisher produzierten Gesamtstückzahl. Im Vergleich zum letzten Jahr zeigt sich weiterhin, dass sich das Angebot der meisten gebrauchten Modelle neueren Produktionsdatums verknappt hat. Auf die Preise hatte dies jedoch nicht die erwartete Wirkung. Stattdessen gaben die Preise tendenziell nach. Dies liegt an der geringe Markttiefen bei den Flugzeugen neueren Produktionsdatums, die bei den Preisen für eine gewisse Volatilität sorgt. Unterschiedliche Ausstattungen der Maschinen sowie Produktneuerungen bei einzelnen Modellen wirken sich somit überproportional auf die Preise aus. Verfügbare Gebrauchtmaschinen neuerer Produktion
Preisentwicklungen bei gebrauchten Business Jets Gebrauchtpreise trotz Rückgang noch auf hohem Niveau Nachdem Mitte der neunziger Jahre die Preise gebrauchter Business Jets stagnierten, konnten sie sich bis zum Boomjahr 2001 verdoppeln. Seitdem schwächte sich das Preisniveau analog zur Nachfrage zwar ab, bleibt aber nach wie vor noch auf sehr hohem Niveau. Durchschnittliche Gebrauchtpreise Gesamtmarkt in Mio. USD
Durchschnittliche Gebrauchtpreise nach Segment in Mio. USD
Verweildauer der gebrauchten Business Jets am Markt Der Sekundärmarkt im Business Jet-Segment ist sehr gut organisiert. Wenn man die älteren angebotenen Modelle als „Bodensatz“ betrachtet, bleibt nur eine recht überschaubare Anzahl von jungen zum Verkauf stehenden Business Jets übrig. Diese verteilen sich auf eine geringe Anzahl von Dealern und Brokern. Datenbanken, wie z.B. JetNet tragen dazu bei, Käufer und Verkäufer zusammenzuführen und ermöglichen den Zugriff auf die Spezifikationen nahezu aller weltweit zum Verkauf stehender Maschinen, wie z.B. Flugstunden der einzelnen Turbinen, Standort der Maschine, Wartungsinformationen usw.. Dennoch ist die Anzahl der Tage, die ein gebrauchter Business Jet durchschnittlich am Markt ist, derzeit auf einem historisch hohen Niveau, was zusammen mit dem nach wie vor großen Angebot an der momentan schwachen Marktsituation liegt. Beim Vergleich mit den abgeschlossenen Transaktionen pro Jahr erkennt man die negative Korrelation zwischen Transaktionen und Tagen am Markt. Die derzeitige Schwächephase zeigt sich in den langen Wartezeiten am Markt bei einer gesunkenen Anzahl an Transaktionen pro Jahr. Sekundärmarkt für Business Jets
Tage am Markt nach Altersklasse
Herausgeber dieser Studie: HSH Nordbank 2005 weitere Quellen nach Angabe |
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